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Ein Schloss aus Brotkrümeln

Es war einmal eine Prinzessin. Diese Prinzessin hatte ein Schloss. Ein Schloss aus Brotkrümeln. Eines Tages wehte der Wind die Wellen an den Strand, sodass als sie wieder vom Meer zurückgeholt wurden die Sandkörner frisch poliert glitzerten und die kleine Prinzessin hob eines hoch und betrachtete das Sandkorn eine Weile, bevor sie es ins Meer warf und zusah wie es die Wellen verschluckten. Es war früh am Morgen und die Prinzessin machte sich auf den Weg, um ihr Schloss zu finden, denn sie wusste, dass dort draußen ihr Schloss war. Sie hatte ein Schloss! Ja, sie hatte ein Schloss. Ein Schloss aus Brotkrümeln. Denn sie war so klein, dass sie in ein Schloss aus Brotkrümeln passte. Langsam tappte sie am Strand von einem Sandkorn zum anderen. Ihre kleinen Füße wanderten bedächtig und vorsichtig, denn die Sandkörner waren rutschig und wenn sie ausrutschte und die Wellen wieder kamen, dann konnte sie ins Meer zurückgespült werden und das wäre nicht so gut, denn die Prinzessin konnte nicht schwimmen. Der Morgen verging und wie schon an den Tagen darauf, hatte sie ihr Schloss noch nicht gefunden. Es versteckte sich irgendwo…irgendwo hinter dem nächsten Sandkorn oder hinter dem nächsten Grashalm, das wusste die Prinzessin gewiss. Irgendwo war ihr Schloss. Doch wo? Vielleicht sollte sie durch die Wiese wandern und nicht am Strand entlang. Vielleicht war ihr Schloss in der Wiese versteckt. Vielleicht hatte es Angst vor ihr. Angst vor mir? Oh, daran hatte die Prinzessin noch gar nicht gedacht, dass das Schloss Angst vor ihr haben könnte. Aber warum? Warum sollte es denn Angst haben. Sie wusste es nicht, also lief sie frohen Mutes weiter von einem Sandkorn zum anderen bis sie an eine Wiese kam und schon bereits das Rauschen der Wellen nicht mehr hören konnte. Es war bereits Abend geworden und die Sonne wollte sich schon verabschieden. Die Prinzessin wurde auch langsam müde und ihre Augenlieder schlossen sich schon halb, sodass sie nur noch verschwommen sehen konnte und sich träge den Weg durch die Graslandschaft bahnte. An einem Grashalm blieb sie schließlich außer Puste stehen. Sie konnte einfach nicht mehr. Langsam sank sie hinab auf die Erde und legte ihren Kopf auf eine warme, weiche, krümelige Ecke. Sie schloss die Augen und schlief ein und träumte von ihrem Schloss. Ihrem Schloss aus Brotkrümeln.

6.5.15 20:47
 


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